Alles steht in Flammen

Chrisi

Die wahre Geschichte hinter dem Roman

 

Geschlagen. Misshandelt. Eingesperrt.

Als ich Neles Geschichte zum ersten Mal gehört habe, fühlte ich viele verschiedene Emotionen gleichzeitig. Ich war betroffen, geschockt und habe gleichzeitig eine so schreckliche Wut empfunden. Es ist eine Geschichte voller Ungerechtigkeit, die mich eine lange Zeit nicht losließ und mich bis heute immer noch beschäftigt. Während andere Menschen mit dem Gedanken »Was geht es mich an?« vermutlich einfach den Computer ausgeschaltet oder das Handy beiseite gelegt hätten, fragte ich mich: »Wie verkraftet eine junge Frau so ein Schicksal? Wie schafft sie es, jeden Tag aufzustehen und ihr Leben zu leben?«
Die Antwort ist eine meterhohe Mauer, die sie sich zum Selbstschutz errichtet hat. Eine Mauer, die lange Zeit niemand durchbrechen konnte.
»Jeder hat sein Happy End verdient«, habe ich in einem unserer Gespräche zu ihr gesagt. Die Antwort, die ich darauf erhalten habe, löst noch heute Unbehagen und Traurigkeit in mir aus.

»Ich bin Realistin!«

Als Nele fünfzehn Jahre alt ist, stirbt ihr Vater an Krebs. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist von Anfang an unterkühlt. Mit dem Tod des Vaters verliert Nele nicht nur den liebenden Elternteil in der Familie, sondern auch ein Stück von sich selbst.

»Ich habe irgendwann angefangen zu rebellieren.«

Nele ist kaum noch Zuhause und verbringt die meiste Zeit bei einer Freundin. Die beiden Mädchen gehen feiern, leben in die Nacht hinein und denken nicht an das, was kommen kann. Vor allem Nele genießt den Moment, denn sie ist es leid, nach den Vorschriften und Regeln ihrer Mutter zu leben.
Doch diese Partynächte sollen für Nele einen fatalen Ausgang haben:

Häusliche Gewalt!

Als Nele Devon kennenlernt, scheint er der perfekte Freund zu sein. Doch das Blatt wendet sich schnell.

»Ich wusste nicht, was für ein Typ Mann das ist und war so blauäugig.«

Je länger Nele und Devon zusammen sind, desto mehr verändert er sich. Devon wird zunehmend aggressiver und verliert die Kontrolle über sich selbst. Nele wird immer ängstlicher und in sich gekehrter. Sie glaubt Devons Worten, wenn er versucht, sie mit Entschuldigungen bei sich zu halten, und beeinflusst sie schließlich so, dass sie Angst hat zu gehen.
Als Nele endlich einen Fluchtgedanken fasst, ist es bereits zu spät. Devon hat seine Mittel und Wege sie bei sich zu halten. Er sperrt sie ein, lässt sie beobachten und stellt ihr Fallen, um sie gegebenenfalls schnell wieder zu sich zurückzuholen. Unzählige Blutergüsse, ein verdrehtes Handgelenk und seelische Verletzungen sind die Folge.
Eines Tages bemerkt Nele, dass sie schwanger ist und anfangs bricht ihre Welt völlig auseinander. Auf die Zustimmung ihrer Mutter kann Nele nicht hoffen. Diese versucht, sie davon zu überzeugen, abzutreiben, lässt sie aber immerhin zurück nach Hause kommen. Nele weiß, dass sie ihr Kind nicht in Devons Nähe aufziehen kann und nimmt das Angebot ihrer Mutter an.
Allerdings bleiben die Probleme im Elterhaus nicht aus. Eines Tages wird Nele vor die Wahl gestellt. Sie dürfte im Haus der Mutter wohnen bleiben, wenn sie das Kind abtreibt, andernfalls muss sie gehen. Nele trifft ihre Entscheidung schnell. Auf keinen Fall würde sie das kleine Wesen in ihrem Bauch aufgeben, nur um sich dem Willen ihrer Mutter zu beugen. Nele zieht aus und findet schließlich ein WG-Zimmer für den Übergang. Anschließend kommt sie in einem Mutter-Kind-Heim unter und kämpft sich durch.

»Ich frage mich bis heute, wie ich das geschafft habe.«

Obwohl es so scheint, als hätte Nele sich von Devon gelöst, gibt auch er nicht auf. Nach einer schweren Zeit, in der Nele sich nicht nur um eine eigene Wohnung kümmern, sondern auch dem Jugendamt beweisen muss, dass sie allein klar kommt, beginnt Devons Terror von Neuem. Er beginnt sie zu stalken, klingelt nachts bei ihr und tut so, als wäre nichts gewesen, wenn er ihr und ihrer kleinen Tochter zufällig in der Stadt begegnet.

»Ich habe so oft gedacht, wann hört das auf … wann hat das ein Ende?«

Doch Nele will nicht länger das Opfer sein. Sie zeigt Devon wegen Stalking an, doch dieser wird dafür nicht verurteilt und erhält lediglich zwei Jahre Haft für eine andere Strafe. Ihre Anzeige wird von den Behörden fallen gelassen. Obwohl sie diese Niederlage einstecken musste, würde sie jederzeit wieder so handeln.

»Er darf nicht damit davonkommen.«

Auf den ersten Blick macht es den Anschein, dass es für Nele etwas ruhiger wird. Doch weit gefehlt.  Einige Jahre später bekommt sie plötzlich Flashbacks, die durch Berührungen oder unüberlegte Sprüche ausgelöst werden. Immer wieder tauchen Bilder aus der Beziehung mit Devon vor ihrem inneren Auge auf. Nele entscheidet sich, eine Therapie zu machen. Sie erträgt zu diesem Zeitpunkt weder Berührungen noch Nähe. Sie vertraut niemandem und lässt sich nicht auf Beziehungen mit Männern ein. Dafür versucht sie ihrer kleinen Tochter all die Liebe zu schenken, die sie nicht bekommen hat.

Fünf Jahre vergehen, bis das Blatt sich für Nele wendet. Als sie bei einer Freundin zu Besuch ist, trifft sie einen ehemaligen Schulkameraden wieder. Die beiden verstehen sich noch immer ausgezeichnet und verlieben sich auf Anhieb. Nele und Liam ziehen schnell zusammen, er akzeptiert ihre Tochter, die ihn ebenfalls sofort annimmt und schon kurze Zeit später läuten die Hochzeitsglocken.

»Ich habe zuerst die Hoffnung aufgegeben, je wieder glücklich zu werden. Ich dachte, ich bleibe für immer allein.«

Heute blickt Nele in eine gute Zukunft, obwohl noch immer mit den Folgen ihrer Erlebnisse zu kämpfen hat. Sie wünscht sich, ein Leben frei von Panikattacken und Flashbacks, ebenso wie sich anderen Menschen ohne Angst näher und ihre neu gewonnene Freiheit genießen zu können. Doch an erster Stelle steht nach wie vor ihre Tochter.

»Irgendwann, wenn sie älter ist und es besser versteht, erkläre ich es ihr. Sie hat ein Recht darauf, das zu erfahren.«

Aus der unsicheren Jugendlichen ist eine starke, erwachsene Frau geworden, die weiß, was es heißt, für ihr Leben zu kämpfen. Das ist auch das, was sie allen Frauen rät, die in ihrer Situation stecken.

»Man sollte jede Hilfe annehmen, die man kriegen kann. Umso besser lernt man, damit umzugehen, auch wenn es schwerfällt, man keine Kraft hat und ausgelaugt ist. Es lohnt sich, zu kämpfen!«

 

Hinweis: Diese Geschichte wurde mir anonym erzählt. Die Namen wurden aus dem gleichnamigen Roman »Alles steht in Flammen« übernommen. Der Roman basiert in groben Zügen auf dieser Geschichte.

Zum Roman

Advertisements

Das Ende der Unbeschwertheit

steffi

Wenn ich an Kindheit denke, dann denke ich sofort an folgende Worte:
Unbeschwertheit, Spielen, Lachen.

Die Kindheit sollte die schönste Zeit im Leben eines Menschen sein. Ein Einstieg, eine Zeit vor der großen Verantwortung, die ein jeder zu tragen hat. Eine Zeit, in der uns das gemeinsame Spiel mit Freunden, die ersten Schuljahre und die erste Schwärmerei prägen.

Doch was passiert, wenn diese unbeschwerten Jahre von einen auf den anderen Tag beendet werden?

Wenn Steffi an ihre Kindheit denkt, fällt ihr nur die schlimmste Zeit ihres Lebens ein. Im Alter von neun Jahren wird Steffi von einem Freund ihres Vaters vergewaltigt. Aus einem beliebten und aufgeschlossenen Kind wird von heute auf morgen eine Einzelgängerin, die sich lieber zu Hause versteckt, als einen anderen Menschen an sich heranzulassen.

Was macht so eine Tat mit der Seele eines neunjährigen Mädchens? Wie soll sie das verkraften?

»Für mich war alles dunkel und schwarz.«

Steffis Mutter, die sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Trennung vom Vater ihrer Tochter befindet, bekommt von alledem nichts mit. Steffi versteckt ihre Gefühle bewusst vor ihr, um ihr nicht noch mehr Schmerzen zuzufügen. Das junge Mädchen weiß, dass ihre Mutter sie sofort zur Polizei bringen wird, doch genau das will sie nicht. Ihre Geschichte wieder und wieder zu erzählen, hätte sich für Steffi so angefühlt, als würde sie die schreckliche Tat immer neu erleben. Um sich selbst zu schützten, schweigt sie.

»Ich wollte einfach nur vergessen.«

Steffi isoliert sich mit jedem Tag mehr und denkt, wenn sie keine Freunde hat, kann ihr auch nichts schlimmes mehr passieren. Sie spricht kaum noch und sucht Trost im Essen. Auch gegenüber Fremden ist sie schüchtern und verschlossen. Die einzige Person, zu der Steffi noch gern geht und die ihr unbewusst Halt schenkt, ist ihre Großmutter. Doch auch ihre Liebe reicht nicht aus, um das junge Mädchen aus ihrem Tief zu holen.

»Ich habe oft daran gedacht, einfach Tabletten zu nehmen und mich damit umzubringen.«

Doch Steffi fehlt der Mut.

Je älter sie wird, desto mehr Halt sucht sie in der Musik und im Lesen von Büchern. Steffi heilt sich selbst und versucht ihre Vergangenheit Stück für Stück zu verarbeiten. Bis heute hat sie nie eine Therapie gemacht. Stattdessen schreibt sie ein Buch, das ihr hilft, ihre Situation zu verstehen.

Mit achtzehn Jahren erfährt Steffi plötzlich ein Umdenken. Ihre Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Liebe wird laut. Sie lässt sich auf eine Beziehung ein, doch ihr Glück findet sie nicht.

»Ich konnte mich nie fallen lassen.«

Mit zwanzig Jahren lernt sie ihren heutigen Ehemann über eine Zeitungsanzeige kennen. Steffi hat von Anfang an ein gutes Gefühl, das sie bis heute nicht täuschen soll. Nach vierzehn Tagen Beziehung nimmt sie ihren Mut zusammen und macht ihrem Mann einen Antrag. Bereits nach einem Jahr heiraten die beiden und erwarten das erste Kind. Steffis Mann weiß, was ihr widerfahren ist, und hilft ihr, die ganze Sache aufzuarbeiten. Seinen Vorschlag, eine Therapie zu machen, schlägt sie allerdings nach wie vor aus.

Heute ist Steffi dreiunddreißig Jahre alt und Mutter von drei Kindern – zwei Söhne und eine Tochter. Besonders ihre Tochter beobachtet sie, aus Angst ihr könnte das Gleiche passieren, mit Argusaugen. Doch sie versucht, es ihre Tochter nicht spüren zu lassen.

Steffi sieht nach vorn. Sie schließt eine Ausbildung zur Krankenpflegerin ab und liebt ihren Job auch heute noch.

Dass sie nie zur Polizei gegangen ist, bereut sie nicht. Sie wollte sich selbst schützen und das hat sie mit Erfolg getan. Dennoch spricht sie Frauen, die Ähnliches erlebt haben, mehr Mut zu. Niemand soll aufgeben und dem Täter somit noch mehr Macht einräumen. Jeder, der bereit ist, sich Hilfe zu suchen – und diese definiert sich für jeden anders – hat die Möglichkeit wieder ein glückliches und freies Leben zu führen. Steffi selbst hat für sich gekämpft und es geschafft.

»Vergessen kann man es nicht, man kann aber lernen, damit zu leben und seine Ängste zu bewältigen.«

Die einzig wahre Liebe!

franzi

Es gibt zwei Sorten von Menschen. Die einen treten in dein Leben, hinterlassen einen Eindruck und verschwinden wieder. Und dann gibt es noch solche, die bleiben und dein Leben grundlegend verändern.

Als Sarah Nick 2011 kennenlernt, versteht sie sich auf Anhieb gut mit ihm. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, sprechen über alles und werden mit der Zeit beste Freunde. Sarah ist zu diesem Zeitpunkt etwa ein Jahr verheiratet, doch ihre Ehe ist alles andere als leicht. Sie ist oft allein, denn ihr Mann, der einen Job und einen Rang im amerikanischen Militär hat, lebt die meiste Zeit in den USA. Es kam für Sarah nie in Frage, nach Amerika zu ziehen, genauso wenig, wie ihrem Mann im Weg zu stehen. Und auch Nick ist Feuer und Flamme für eine andere Frau, Sarahs Schwägerin. Doch das schadet der Freundschaft nicht.
Noch im gleichen Jahr kommt es noch zu einem Streit zwischen Nick und seiner Familie. Sarah stellt sich sofort auf seine Seite und bekommt noch heute die Quittung dafür. Nicks Familie gibt Sarah die Schuld dafür, dass er und seine Schwester miteinander gebrochen haben.

»Sie sind mir gegenüber skeptisch und lassen mich das oft spüren.«

Nick zieht bei seiner Familie aus, doch es ist nicht seine aktuelle Freundin, die ihn bei sich aufnimmt, sondern Sarah. Drei Jahre leben Sarah und Nick im gleichen Haushalt, unternehmen und sprechen viel miteinander, schlafen im gleichen Bett – aber sie lassen nie zu, dass mehr zwischen ihnen passiert.

»All die Jahre redeten wir uns ein, mit unserem Partner glücklich zu sein, doch das waren wir nicht.
Die Liebe des Lebens trifft man nur einmal. Aber Gefühle ändern sich einfach.«

Es ist die Zeit kurz vor dem Jahreswechsel 2014, die für Sarah und Nick alles verändert. Beinahe gleichzeitig zerbrechen die Beziehungen der beiden, aber keiner will sich die Gefühle für den jeweils anderen recht eingestehen. Nein, stattdessen scheint es so, als würden ihre ehemaligen Partner weiterhin zwischen ihnen stehen. Nick nimmt es Sarah übel, ein Geheimnis bewahrt zu haben, dass seine Ex-Freundin verheimlicht hat.
Während Nick die Zeit bei seiner Familie verbringt, macht Sarah mit ihren Kindern einen kleinen Urlaub bei einer Freundin. Drei Jahre lang verleugnet Sarah ihre wahren Gefühle für Nick, doch nun von ihm getrennt zu sein, fördert alles ans Tageslicht, was sie versuchte zu verbergen. Sie empfindet mehr als Freundschaft für ihn und will ihm das endlich sagen.
Hals über Kopf packt sie ihre Sachen, schnappt ihre Kinder und fährt nach Hause. Zu Hause angekommen, bittet sie ihn sofort zu sich.

Dann beginnen die schlimmsten Stunden in Sarahs Leben …

Als Nick nicht auftaucht, glaubt Sarah, er hätte sie versetzt. Doch je länger sie wartet, desto mehr sorgt sie sich. Ohne nachzudenken, setzt sie sich ins Auto und fährt blind darauf los, um ihn zu suchen. Doch sie findet ihn nicht, also telefoniert sie herum. Schließlich erfährt sie endlich, was geschehen ist.

Nick hatte einen Unfall!

Auch wenn Sarah so schnell wie möglich bei ihm sein will, hält sie sich doch der Kinder wegen zurück. Mitten in der Nacht erhält sie jedoch einen Anruf von Nicks Pfleger und die Schocknachricht, dass Nick einen Arm bei dem Unfall verloren hat. Sarah bleibt ruhig, fährt zu Nicks Eltern und packt ein paar Sachen, um ihn am nächsten Tag zu besuchen.

Sarahs Kampf um die Liebe beginnt von neuem …

Schon während der ersten Tage merkt Sarah, wie sehr dieser Unfall Nick belastet und wie er sich mehr und mehr verändert. Doch sie ist für ihn da, fährt jeden Tag einhundertvierzig Kilometer bis zum Krankenhaus und einhundertvierzig Kilometer wieder zurück.
Zwei Wochen nach dem Unfall kommt plötzlich der nächste Schock: Nick will Sarah plötzlich nicht mehr sehen. Er ist hin- und hergerissen. Wenn sie bei ihm ist, will er sie kaum gehen lassen. Muss sie dann aber gehen, stößt er sie von sich. Immer wieder sagte er ihr, er sei nicht mehr der Alte. Aber es steht für Sarah nicht zur Wahl, aufzugeben. Sie liebt Nick und sie will für ihn da sein.
Sarah nimmt sich weiterhin viel Zeit für Nick und spricht mit ihm. Auch wenn seine Ablehnung sie schmerzt, hofft sie doch, ihm helfen zu können. Und das tut sie, in dem sie ihn vor vollendete Tatsachen stellt und ihn somit zum Kämpfen zwingt.

»Stück für Stück habe ich ihm den Weg in ein neues Leben geebnet.«

Doch auch an Sarah geht diese Zeit nicht spurlos vorbei. Durch den Stress verweigert ihr Körper jede Art von Nahrungsaufnahme. Sie gönnt sich kaum Ruhe, lediglich wenn sie abends allein ist, verschafft sie sich kleine Pausen durch Zigaretten und Bier. Dass das nicht der richtige Weg ist, weiß sie, doch sie fühlt sich allein ohne Nick.

»Es fühlte sich falsch an.«

Als Nick das Krankenhaus wieder verlassen kann, zieht er zunächst zu seinen Eltern. Auch dort besucht Sarah ihn regelmäßig, doch noch immer will Nick sich seine Gefühle nicht eingestehen.
Je länger Nick wieder bei seinen Eltern lebt, desto mehr stören ihn deren Bevormundungen und er stimmt zu, ein paar Tage bei zu Sarah zu wohnen. Sofort kommen die beiden sich auf ihrer vertrauten Ebene näher, doch nun ist Sarah sich unsicher, ob sie ihren Gefühlen nachgeben sollte. Sie will alles für Nick sein, nur kein Ersatz. Aber sie tut es, sie gibt nach, vertraut Nick und hofft, endlich ihre Chance zu bekommen … vergeblich!
Nick hält sie weiterhin auf Abstand und bringt Sarah schließlich soweit, beinahe aufzugeben. Sie wünscht sich den Mann zurück, in den sie sich verliebt hat, der ihr nicht wehtut und der sie nicht von sich stößt. Sarah ist bereit zu gehen.

Das ist der Moment, in dem Nick klar wird, was er gerade im Begriff ist zu verlieren. Er lässt Sarah nicht gehen, zieht endgültig zu ihr und steht noch heute – drei Jahre später – an ihrer Seite.

Auch rückblickend würde Sarah jeder Zeit wieder so handeln. Sie weiß, dass sie und Nick ein Band verbindet, für das es sich lohnt zu kämpfen. Ihre Gefühle zueinander sind, wie sie selbst sagt: endgültig. In ihrem Leben ist kein Platz mehr für eine andere Liebe, denn sie ist angekommen. Nach all den Höhen und Tiefen wissen Nick und Sarah, was sie voneinander zu erwarten haben, sie stehen bedingungslos zueinander und vertrauen sich.

»Wir sind wieder das, was wir immer waren: beste Freunde, tolle Liebhaber und vor allem liebevolle Ehepartner.«

 

Hinweis:
Diese Geschichte wurde mir anonym erzählt. Alle Namen sind frei erfunden.

Wenn Liebe blind macht!

marina

 

Stell dir vor, du bist unschuldige achtzehn Jahre alt. Seit vier Jahren schwärmst du für einen Jungen, der dich von Anfang an beeindruckt hat. In deinem Kopf entsteht ein kleines Märchenschloss, in dem er der perfekte Prinz ist und du seine Prinzessin. Der Weg bis dahin war zwar steinig, aber selbst bei Schneewittchen war nicht alles perfekt. Du glaubst an eine schöne Zukunft, an ein entspanntes Zusammenleben, viele schöne Momente, die ihr miteinander teilt. Das perfekte Happy End.

Und dann kommt die Realität um die Ecke.

Drogen, Diebstahl, Hausdurchsuchung, Haft!

Kathleen hat sich alles so schön vorgestellt, doch ihr Fantasieschloss und ihre Beziehung zu Mark bricht schneller zusammen, als sie es sich vorstellen kann.

Mark kommt aus einem zerrütteten Elternhaus. Seine Eltern sind geschieden, er selbst lebt bei seiner Mutter, die Drogen verkauft. Ein Leichtes für Mark selbst an die verbotenen Substanzen zu gelangen. Als er bei seiner Mutter ausziehen soll, zieht er zu Kathleen.

»Er tat mir leid.«

Kathleen selbst ist eine hilfsbereite junge Frau, deren größter Wunsch es ist, dass es ihrer Familie und ihren Freunden gut geht. Sie stellt sich selbst in den Hintergrund, um anderen zu helfen. Bei Mark leider vergeblich. Kathleen wollte Mark helfen, sein Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken, doch die Drogen und der falsche Freundeskreis waren stärker.

Mark geht mit seinen Freunden auf Diebestouren, um sich somit seine Drogensucht zu finanzieren. Er gerät immer weiter in den Sumpf aus Drogen, dem Drang zu stehlen und immer weiter wachsenden Schulden. Bis die Polizei ihn schließlich per Haftbefehl sucht. Kathleen versteckt sich gemeinsam mit Mark und kann ihn schließlich überzeugen, seine Strafe abzusitzen.

Doch eine Trennung kommt für die junge Frau nicht in Frage. Sie arbeitet, so hart sie kann, um ihn schließlich freizukaufen. Mark und Kathleen ziehen in eine gemeinsame Wohnung. Mark schwört, sich zu bessern, doch das sind nichts weiter als leere Worte.

Die gesamte Beziehung ist ein einziges Hin und Her. Kathleen erfährt, dass Mark nie auch nur eine einzige Rechnung bezahlt hatte.

»Mein Ex hat nie etwas bezahlt. Ich stand da mit Schulden, wohnte wieder bei meinen Eltern und hatte nichts.«

Aber Kathleen gibt ihm wieder eine Chance. Erst als Mark Kathleens Eltern bestiehlt und nicht nur deren Eheringe, sondern auch die Ringe der Großeltern und alles andere von Wert entwendet, wacht Kathleen auf und zieht endgültig einen Schlussstrich.

Damit war das Schlimmste zwar erst einmal vorbei, doch Kathleens Seele lag in Scherben. Das Fazit dieser Beziehung waren nicht nur Schulden, sondern vor allem psychische Schäden. Kathleen hat Schlafprobleme, erleidet Weinkrämpfe und fürchtet sich davor das Haus zu verlassen, aus Angst, nicht da zu sein, wenn etwas passiert. Die Diagnose des Arztes: Burn-out!

»Ich verlor meine Arbeit. Ich verlor den Kontakt zu vielen Freunden. Ich verlor mich und meine Selbstständigkeit!«

Noch heute fühlt Kathleen sich zerrüttet und unwohl. Sie hat Probleme damit, anderen Menschen zu vertrauen und auch damit, wieder eine Beziehung zu führen. Sie kämpft immer wieder darum, Freunde auch zu behalten und bei Problemen verfällt sie schnell in alte Muster.

»Ich muss mir immer wieder vor Augen halten, dass Mark nicht die Norm war.«

Eine Person war in all der Zeit besonders wichtig für Kathleen. Ihre Mutter. Diese gab ihr nie die Schuld an irgendetwas und machte ihr keine Vorwürfe. Sie war einfach immer für sie da.

Auch wenn Kathleen bis heute alle Schulden abgezahlt hat, hat sie dennoch Angst vor der Zukunft. Sie selbst hält sich für beziehungsunfähig und gibt nicht nur Beziehungen schnell auf, sondern hat damit auch Probleme im Berufsleben.

»Ich habe Angst später allein, mittellos und immer unglücklich zu sein.«

Doch trotz allem findet Kathleen ganz klare Worte an all diejenigen, die sich in ihrer Situation befinden. Auch wenn Mark ihre jungen Jahre ruiniert und aus ihrem Leben einen ewigen Kampf gemacht hat, so hat Kathleen doch gelernt, sich nie wieder selbst aus den Augen zu verlieren.

»Passt auf euch selbst auf und geht nur soweit, wie ihr es verantworten könnt.
Sucht euch außenstehende Hilfe, nur diese Personen können so eine Situation
korrekt beurteilen und demnach handeln.«

Hinweis:
Diese Geschichte wurde mir anonym erzählt. Alle Namen sind frei erfunden.

Zurück ins Leben gekämpft!

silvia

 

Es ist der 8. Dezember 1992, als die damals einundzwanzigjährige Silvia mit dem Auto zur Werkstatt fahren will, um das Radio einbauen zu lassen. Sie nähert sich einem langsam fahrenden PKW, setzt zum Überholen an und bemerkt, wie der Fahrer des PKW´s beschleunigt und sie angrinst. Als ein anderer Wagen von vorn kommt, bremst sie, um wieder hinter dem PKW einzuscheren, doch dieser bremst ebenfalls und nimmt ihr jede Chance, dem Gegenverkehr auszuweichen. Silvia reißt in letzter Sekunde das Steuer herum, verliert die Kontrolle über ihr Auto und überschlägt sich.

Das ist der Moment, in dem sich Silvias komplettes Leben ändert.

Sirenengeheul. Blaulicht. Panische Stimmen. Menschen, die ihr helfen. Hubschrauber.

Künstliches Koma. Dunkelheit!

Silvia steht eine Zeit bevor, die sie nur verschwommen wahrnimmt. Wirre Träume umgeben sie, in denen sie niemand versteht, wenn sie zu sprechen versucht. Niemand erkennt sie, niemand bemerkt sie. Immer wieder lässt sie die Dunkelheit, Träume von Unfällen erleben und sie eine Hilflosigkeit spüren, die sie bis dahin nicht kannte.

Viele Wochen später verringern die Ärzte die Medikamente und holen Silvia so aus dem künstlichen Koma. Je länger ihre Wachphasen werden, desto mehr versucht sie zu realisieren, was geschehen ist. Sie hatte einen Autounfall, sie ist schwer verletzt, ihre untere Gesichtshälfte ist zertrümmert und der Mensch, der dafür verantwortlich ist, hat Fahrerflucht begangen.

»Dieses Grinsen wird mich noch lange Zeit in meinen Träumen verfolgen.«

Sechs Monate Krankenhaus stehen Silvia bevor. Sechs Monate, in denen sie mit Todesängsten, dem demütigenden Gefühl von Hilflosigkeit und der Ungewissheit, wie ihr Leben weitergehen wird, klarkommen muss. Sie hasst die aufbauenden Sprüche der Schwestern, der Ärzte und ihrer Therapeutin. So sehr Silvia sich auch wünscht, alles würde wieder gut werden, so glaubt sie mit ihren jungen Jahren doch nicht daran. Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich und nun soll alles anders sein?

Nach dem Unfall wird Silvia, wie sie selbst sagt, zu zwei Personen. Die eine Person ist sie wirklich, unsicher, verletzlich. Die zweite ist eine Maske, um sich selbst zu schützen. Niemand soll sehen, wie es ihr wirklich geht, stattdessen spielt sie allen nur die junge Frau vor, die ihr Schicksal mit einer gehörigen Portion Selbstironie nimmt … alles nur, um kein Mitleid mehr zu bekommen.

Ihre Familie gibt ihr den Halt, den sie braucht und vor allem ihr Mann Jörg besucht sie jeden Tag. Er ist der Einzige, der es schafft, Silvia von Zeit zu Zeit ihre wahren Gefühle zu entlocken. Und doch gibt es zwei Dinge, die für Silvia ungewiss bleiben. Wie sieht ihr Gesicht nach dem Unfall aus? Wird ihre kleine Tochter Julia sie erkennen, wenn sie sie zum ersten Mal wiedersieht?

Als Silvia nach dem Unfall zum ersten Mal ihr Gesicht im Spiegel sieht, bezeichnet sie diesen Tag als den schlimmsten ihres bisherigen Lebens. Sie kann den Anblick nicht ertragen und bricht in Tränen aus.

»Ich hielt mich in diesem Moment selber für ein Monster.«

Nun ist sie noch verunsicherter, wie ihre kleine Tochter reagieren wird. Doch als ihr Mann Julia endlich mit ins Krankenhaus bringt, ist Silvias Sorge völlig unbegründet. Die Kleine stört sich nicht am Aussehen ihrer Mutter, sie liebt sie weiterhin bedingungslos.

Das ist eine Eigenschaft, die wir Erwachsene uns von den Kindern abschauen sollten. Silvia muss viele Erfahrungen machen, in denen ihr aufgrund ihres Aussehens Ablehnung entgegengebracht wird. Man sieht sie komisch an, geht ihr aus dem Weg und ihre sogenannten Freunde wenden sich von ihr ab. Vor allem Letzteres trifft Silvia schwer, die sich lediglich wünscht, dass man sie in dieser Situation nicht allein lässt. In Zuge dessen ist es kein Wunder, dass Silvia diese Zweifel auch auf ihren Mann projiziert.

»Wer konnte so was schon noch lieben?«

Doch Jörg hält zu ihr, wie er es bei der Hochzeit geschworen hat, in guten wie in schweren Tagen. Und so ist er auch da, als Silvia das Krankenhaus endlich verlassen kann und nach Hause gehen darf. Seit Anfang an hatte Silvia sich das gewünscht. Als es dann soweit ist, fühlt sie sich jedoch fremd. Zu wissen, dass das Leben hier ohne sie weitergegangen ist, ist ein beklemmendes Gefühl, mit dem sie nicht umzugehen weiß. Dazu kommt, dass sie Angst hat, das Haus zu verlassen, sich den Nachbarn und anderen Menschen in der Öffentlichkeit zu stellen. Wie würden sie reagieren? Wie würden sie sie ansehen und was würden sie sagen? Es ist schließlich ihre Zwillingsschwester, die Silvia dazu zwingt, ihr Leben wieder zu leben.

»In all der Zeit hat sie mich immer so genommen, wie ich war, und hat sich nie geschämt, wenn sie mit mir unterwegs war.«

Trotz der Unterstützung und Liebe ihrer gesamten Familie, fällt es Silvia schwer, Normalität in ihr Leben einkehren zu lassen. Aber sie kämpft sich zurück. Auch wenn es weiterhin gute und schlechte Tage für sie gibt, versucht sie doch, das beste aus ihrer Situation zu machen. Sie weiß, dass sie sich niemals an ihr »neues« Gesicht gewöhnen wird, aber sie strengt sich an, es zu akzeptieren.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Rückschlägen, vor allem was die Arbeitssuche angeht. Silvia will sich wieder nützlich machen, aber der Chef ihrer alten Anstellung macht ihr schnell deutlich, dass es mit ihrem Aussehen jetzt für mehr als die Stelle der Spülhilfe nicht reicht. Silvia versucht es als Verkäuferin in verschiedenen Bereichen, doch überall hagelt es nur Absagen. Wer davon ausgeht, dass Pflichtbewusstsein, gute Arbeit und Engagement zählen, der irrt sich. Wie überall wird immer erst das Aussehen bewertet. Silvia erhält einen Rückschlag nach dem anderen, doch auch diese Erfahrungen lehren sie auf ihrem weiteren Lebensweg. Mit dreißig Jahren erhält Silvia endlich die Chance, auf die sie gewartet hat. Sie hat die Möglichkeit eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen und findet darin ihren Spaß wieder.

»Es ist, wie es ist und nur ich kann dafür sorgen, dass es mir gut geht dabei.«

Heute vierundzwanzig Jahre nach dem Unfall hat Silvia sich ihr Leben zurückerkämpft, auch wenn sie in manchen Situationen nach wie vor das unsichere einundzwanzigjährige Mädchen ist, dem man von einer Sekunde auf die andere das gesamte Leben aus der Bahn gehoben hat. Sie liebt ihren Job als Altenpflegerin und fährt heute sogar wieder Auto, auch wenn sie in brenzligen Situationen nach wie vor mit ihrer Angst zu kämpfen hat. Nebenbei führt sie nicht nur einen erfolgreichen Bücherblog auf Facebook, sondern schreibt aktuell auch an ihrem ersten Unterhaltungsroman.

»Man sollte das machen, was man möchte, es könnte alles so schnell vorbei sein.«

Dank ihres Bücherblogs fällt es Silvia wesentlich leichter, wieder auf Menschen zuzugehen, auch wenn sie manchmal noch immer das Gefühl hat, anders zu sein und nicht in diese Welt zu passen.

Doch eines ist gewiss: Silvia hat gekämpft, als sie am Boden lag. Sie hat sich in all der Zeit nicht unterkriegen lassen, ist wieder aufgestanden und lebt ihr Leben trotz allen Rückschlägen. Das macht sie nicht nur zu einem Vorbild für viele andere, sondern auch zu einer der stärksten Frauen, die ich kenne.

»Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.«

Wer noch mehr zu Silvias Geschichte lesen möchte, dem empfehle ich ihrem Roman über den Unfall: „Es ist wie es ist“

Wer bin ich?

desiree

Es klingt, wie der Anfang eines dramatischen Films. Ein kleines Mädchen wird nachts, im Alter von etwa fünf Tagen, in einem Bastkörbchen vor einer Kirche abgestellt. Niemand weiß, wie sie heißt, wo sie herkommt oder was mit ihren Eltern geschehen ist.

Doch so sehr das auch nach einer erfundenen Geschichte klingt, es ist keine, sondern die Wirklichkeit. Siebenundzwanzig Jahre ist es her, dass Desirees Leben eine Wendung erfuhr, von der sie mit nur fünf Tagen noch nicht wusste, was sie zu bedeuten hatte.

Ausgesetzt.

Das ist ein Wort, dessen Bedeutung sie erst im Laufe der Jahre erfahren würde, das ihre ersten Tage auf der Welt treffend genau beschreibt.

Nach einer Untersuchung im Krankenhaus schätzen die Ärzte den Geburtstag des kleinen Mädchens auf den 30. April. Das wird von nun an der Tag sein, an dem Desiree ihre Geburt feiert. Kurz nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wird Desiree in ein liebevolles Elternhaus adoptiert. Schon als Kleinkind erfährt sie, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Was das eigentlich heißt, realisiert sie erst, als sie älter wird.

Mit welchen Gefühlen hat ein junges Mädchen zu kämpfen, wenn sie begreift, dass ihre Mutter sie nicht wollte? Welche Fragen überwältigen sie? Wer bin ich? Wo komme ich her? Wieso hat meine Mutter mich allein gelassen? Warum hat sie mich erst nach fünf Tagen weggebracht? Wollte sie mich lieben? Wer ist mein Vater? Hat er sich überhaupt für mich interessiert? Sehe ich aus wie meine Eltern? Benehme ich mich wie sie? Werde ich sein wie sie?

Desiree zerbricht beinahe an den Fragen über ihre Herkunft. Ihre gesamte Familie versucht, ihr den Halt zu geben, den sie braucht. Sie zeigten ihr, dass sie ein Teil von ihnen ist. Und dennoch bricht sie in ihrer schlimmsten Phase mit ihren Adoptiveltern. Geleitet von Hass und Unverständnis, rebelliert sie gegen alles und jeden. Niemand ist in der Lage, ihr zu helfen, niemand kann sie ihrer Meinung nach verstehen. Desiree lernt bereits in jungen Jahren, was es heißt, mit verschiedenen Empfindungen umzugehen. Auch wenn die Wut auf ihre leibliche Mutter wächst, sie sich allein und im Stich gelassen fühlt, bleibt doch ein kleines Gefühl von Dankbarkeit.

»Dann gab es die Phase, in der ich dankbar war, dass sie mich am Leben ließ. Ein bisschen muss sie mich ja geliebt haben.«

Wenn Desiree heute daran denkt, fühlt sie nur noch Gleichgültigkeit. Und dennoch ist es offensichtlich, dass ihre Vergangenheit sie geprägt hat.

»Hart, außergewöhnlich, liebevoll.«

Mit diesen drei Worten beschreibt sich die Siebenundzwanzigjährige heute. Drei Worte, die eine starke, aber herzliche junge Frau erkennen lassen, die ihr Leben im Griff hat. Als sie ihren Mann kennenlernt, normalisiert sich ihr Leben wieder und sie nähert sich ihren Adoptiveltern wieder an. Desiree wird jung Mutter von drei Kindern, aber nicht um die Fehler ihrer leiblichen Mutter bei ihren eigenen Kindern wieder gutzumachen. Sie ist ein Familienmensch und wuchs selbst mit drei Geschwistern auf. Auch wenn sie nie geplant hatte, so jung Mutter zu werden, bereut sie es keine Sekunde.

Desiree weiß bis heute nicht, was aus ihrer leiblichen Mutter wurde und warum sie diesen Schritt gegangen ist. Hätte sie die Möglichkeit, sie zu treffen, würde Desiree ihr nur eine einzige Frage stellen.

»Warum?«

Auch wenn Desiree weiß, dass sie wahrscheinlich nie eine Antwort auf diese Frage erhalten wird, hat sie ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht und blickt nun in eine bessere Zukunft.